Schwierige Kollegen im Job: Tipps für ein besseres Arbeitsklima

#Traumjob: Du arbeitest mit Kolleginnen und Kollegen zusammen, die auf deiner Wellenlänge sind und gemeinsam erreicht ihr in Projekten großartige Erfolge. Klingt perfekt, doch die Realität sieht oft anders aus. Wie kannst du aktiv zu einem positiven Arbeitsklima beitragen und die Zusammenarbeit verbessern?

Inhalt

Erwarte nichts und fang bei dir an

Anerkennung

Warte nicht, bis du Anerkennung bekommst. Denn manchmal kann man lange darauf warten – fast wie in Samuel Becketts „Warten auf Godot“, wo die Protagonisten endlos auf jemanden warten, der nie kommt. Wenn du bemerkst, dass ein Kollege eine Aufgabe toll gemacht hat, sag es ihm oder ihr doch einfach! Lob und Anerkennung sind so einfache, aber oft aus Stolz oder Gleichgültigkeit ungenutzte Werkzeuge für ein besseres Miteinander.

Also einfach einmal sagen und schauen, ob sich das Verhältnis zum Kollegen zumindest für den Tag verbessert. Wenn ja, kannst du darauf Schritt für Schritt aufbauen. Wichtig ist hier eine große Portion Geduld.

Interesse an den anderen zeigen

In der Kaffeepause kann ein kurzes Gespräch über das Wochenende oder typisch über das Wetter dabei helfen, erste Brücken zu schlagen. Doch es ist wichtig, über den Small Talk hinauszugehen. Das schafft eine solide Basis für eine gute Zusammenarbeit und fördert ein gegenseitig unterstützendes Arbeitsumfeld.

Zeige also echtes Interesse an den Menschen um dich herum. Frage nach ihren Interessen, Hobbys und Meinungen. Vielleicht kannst du sogar überraschende Gemeinsamkeiten mit deinen Kollegen ans Licht bringen!

Zuhören und verstehen

Aktives Zuhören ist eine der wichtigsten zwischenmenschlichen Fähigkeiten, so auch am Arbeitsplatz.

Oft fühlen sich Kollegen nicht ausreichend gehört oder verstanden, was zu Missverständnissen und Frustration führen kann. Indem du dich wirklich auf das Gesagte konzentrierst, anstatt dir Gedanken zu machen, was du darauf antworten kannst, zeigst du Respekt für die Meinungen und Anliegen deiner Kollegen. Daneben öffnest du den Raum für ein offenes und respektvolles Kommunikationsklima, in dem sich jeder wohlfühlt.

Meinung sanft äußern

Zwei Menschen, zwei Meinungen und je mehr Menschen zusammenkommen, desto häufiger wird es Situationen geben, in denen du mit deiner Meinung anecken wirst. Scheue dich aber nicht davor, ehrlich zu sein, auch wenn du die Unterstützung des Teams für dich gewinnen willst.

Du solltest die Ideen deiner Kollegen nicht direkt ablehnen. Erkenne die Erfahrung und Autorität deiner Kollegen bei deiner Antwort an, aber lege ihren Standpunkt eher als eine Option und nicht als die einzig mögliche Lösung dar. Du könntest zum Beispiel so vorgehen: „Andrea, das ist ein guter Vorschlag und der erste Teil davon hat mir gefallen. Aber ich habe eine andere Idee, mit der wir unser Ziel noch schneller erreichen können.“

Positive Einstellung bewahren

Eine positive Einstellung kann ansteckend sein und das gesamte Team motivieren. Geh Herausforderungen optimistisch an und ermutige deine Kollegen, das Beste aus schwierigen Situationen zu machen.

Was tun, wenn die Beziehung zu Kollegen trotzdem einseitig bleibt?

Zwei Arbeitskolleginnen mit Coffee To Go Bechern in der Hand; eine Kollegin blickt die andere lächelnd an, die andere schaut grimmig gerade aus

Eine einseitige Beziehung kann frustrierend sein, besonders wenn man sich eine Zeit lang viel Mühe gibt, aber einfach keinerlei Rückmeldung oder Resonanz erhält.

  1. Vielleicht hilft ein offenes Gespräch unter vier Augen. Frage direkt nach, ob es etwas gibt, was du besser oder anders machen könntest. Vielleicht stecken Missverständnisse oder persönliche Probleme dahinter, die geklärt werden sollten. Diese müssen nicht notwendigerweise mit dir zu tun haben. Aber für dich kann es wichtig sein, dass du verstehst, warum der Kollege so handelt, wie er handelt.
  2. Wenn das nichts bringt, besprich das Ganze mit einer Vertrauensperson wie dem Betriebsrat. Manchmal kann ein externer Blick oder Rat helfen, die Situation besser zu verstehen oder neue Lösungen zu finden. Denke immer daran, auf deine mentale Gesundheit zu achten – das wirkt sich nicht nur auf deine Motivation und Leistung am Arbeitsplatz aus, sondern auch auf deine allgemeine Lebensqualität – und mit der ist nicht zu spaßen.

Sei dir in jedem Fall bewusst, dass du niemanden ändern kannst und daher musst du lernen, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Sollte diese jedoch auf kurz oder lang dein Wohlbefinden beeinträchtigen, pass gut auf dich auf. Manchmal ist es besser, sich nach neuen Möglichkeiten umzusehen, als an einem Ort zu bleiben, an dem du dich nicht wohl fühlst.

Wieso brauchen wir überhaupt das Gefühl von Gemochtsein am Arbeitsplatz?

Das Bedürfnis, gemocht oder respektiert zu werden, ist menschlich. So lassen sich alle Menschen in unserem Leben in der Regel in folgende Kategorien einteilen:

  • Diejenigen, die uns mögen und akzeptieren, wie wir sind
  • Diejenigen, denen wir unwichtig sind und die uns gegenüber eine neutrale Haltung einnehmen
  • Diejenigen, die uns schlecht behandeln

Versuche die Familie, deine Freunde und Bekannten in diese drei Kategorien einzuordnen. Wenn du dann zu deinen Kollegen übergehst, beginne mit den Personen, mit denen du dich gut verstehst. So wirst du feststellen, dass die meisten Kollegen eher in die neutrale Kategorie fallen und nicht in die negative.

Während alle Menschen bis zu einem gewissen Grad von dem Wunsch geleitet werden, sich mit anderen gut zu verstehen, wünschen sich manche nicht nur neutrale Bindungen, sondern ein näheres Verhältnis. Es mag Gründe geben, warum es dir beispielsweise so wichtig ist, dass deine Kollegen dich mögen:

Möglicherweise bist du an die wertschätzende Atmosphäre in einem früheren Team gewohnt oder du fühlst dich unwohl, wenn dich jemand nicht beachtet und nicht schätzt. Vielleicht hast du bereits erlebt, wie du aus einer Gruppe ausgeschlossen wurdest und hast jetzt Sorge, dass sich das wiederholen könnte. Es gibt viele Gründe, warum einem das „Gemochtsein“ so wichtig ist.

Zwei Frauen unterhalten sich freudig

Unterschiedliche Bedürfnisse akzeptieren

Dennoch hat jeder seine eigenen Vorlieben und Komfortzonen in zwischenmenschlichen Beziehungen und das ist vollkommen okay. Nur weil du gerne ein freundschaftliches Verhältnis zu Kollegen pflegst, müssen deine Kollegen das nicht auch so sehen.

Sei dir bewusst, dass nicht alle Arbeitsbeziehungen zu Freundschaften werden müssen, um effektiv zu sein. Eine respektvolle und professionelle Zusammenarbeit kann genauso produktiv und erfüllend sein wie eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Fokussiere dich auf gemeinsame Ziele, anstatt dich auf persönliche Verbindungen zu konzentrieren, unter denen du leidest, wenn es sie nicht gibt.

Manchmal ist es wichtig, die Realität zu akzeptieren und zu verstehen, dass nicht jeder, mit dem man zu tun hat, automatisch ein Freund sein wird.

Freunde und tiefe Verbindungen zu lieben Menschen sind wichtig. Das müssen aber nicht zwangsläufig die Arbeitskollegen sein. Wenn du das für dich erkennst, kannst du mit sogenannten schwierigen Kolleginnen und Kollegen leichter umgehen.

Glückliche Frau bläst Konfetti in die Luft

 

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